Philosophie

Kinder in Bewegung … brauchen Förderer!

Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern - und eine Grundlage der Entwicklung der gesamten Persönlichkeit.

Bewegung fördert nicht nur die körperliche und motorische Entwicklung. Sie ist auch ein Motor für die Entwicklung geistiger und psychosozialer Fähigkeiten: Bewegung regt die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn an, steigert Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration, fördert Körperbewusstsein, Selbstvertrauen und das Miteinander in einer Gruppe.

Die Fakten alarmieren: Ein Drittel der über 4-Jährigen können höchstens zwei Schritte rückwärts balancieren, fast die Hälfte der 11- bis 17-Jährigen schafft keine Rumpfbeuge. Auf einem Bein stehen oder die klassische Rolle vorwärts bereiten vielen Kindern und Jugendlichen große Schwierigkeiten. Das sind die Ergebnisse des “Kinder- und Jugendgesundheitssurveys” (KIGGS), bei dem das Robert-Koch-Institut, im Auftrag der Bundesregierung von 2003 bis 2006 rund 18.000 Kinder in Deutschland, auf ihren Gesundheitszustand befragt hatte.

Medizin- und Sozialforschung belegen:
Sport

  • ist motorische Grundlagenausbildung
  • fördert die soziale Kompetenz von Kindern
  • fördert die Integration von Kindern aller sozialen Schichten und von Kindern mit Migrationshintergrund
  • erhöht die Lernleistung von Kindern
  • legt die Grundlage für lebenslanges Sporttreiben.

Sporttreibende Kinder werden kontaktfreudiger, lernen ihren Körper besser zu beherrschen und der Skelett- und Bewegungsapparat wird aus orthopädischer Sicht günstig beeinflusst. Dies trifft auch für Kinder zu, deren Entwicklung in irgendeiner Weise verzögert ist.
Es ist wichtig, vielseitig und umfassend alle motorischen Grundfertigkeiten und -fähigkeiten, wie Laufen, Springen, Werfen, Schwingen, Hangeln, Rollen und Drehen um alle Körperachsen zu fördern. Eine möglichst frühzeitige Stimulierung aller Sinne über spielerische Bewegungsformen wirkt sich auf die Gesamtentwicklung des Kindes aus. Genügend Freiraum und Auslauf sind nötig, um diese Fertigkeiten zu erlangen.
Dabei sollten der natürliche Bewegungsdrang und der Aufforderungscharakter von Geräten nützlich sein und ein Bedürfnis nach Abwechslung befriedigen.
Wird rechtzeitig damit begonnen, sind bereits Zwei- und besonders Dreijährige fähig, kindgemäße Informationen aufzunehmen und entsprechend danach zu handeln.

Die alte Volksweisheit “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!” trifft auf die motorischen Grundfertigkeiten der Kinder erschreckend deutlich zu. Das verpassen von Bewegungslernphasen kann im Erwachsenenalter nicht mehr ausgeglichen werden und geht manchmal mit einem lebenslangen Desinteresse an der Bewegung einher.